20. Mai 2026

Abbuchungen an DB Vertrieb: Vorsicht vor gefälschten PayPal-Sicherheitswarnungen

Derzeit häufen sich Fälle, in denen Kriminelle täuschend echte Phishing-Mails im Namen von PayPal versenden. Betroffene erhalten E-Mails mit angeblichen Sicherheitswarnungen oder Hinweisen auf eingeschränkte Kontofunktionen. Ziel der Täter ist es, Zugriff auf PayPal-Konten zu erlangen und anschließend hohe Zahlungen auszulösen – oft an den Empfänger „DB Vertrieb“.

Die Betrugsmasche

In den uns bekannten Fällen erhielten Betroffene eine E-Mail, die angeblich von PayPal stammte. Darin wurde behauptet, das Konto sei eingeschränkt oder es gebe einen Sicherheitsvorfall. Um die Kontofunktionen wiederherzustellen, sollten sich die Nutzerinnen und Nutzer über einen in der E-Mail enthaltenen Link anmelden.

Die verlinkte Seite wirkte seriös und entsprach optisch dem bekannten PayPal-Design. Nach der Anmeldung wurden zusätzliche Sicherheitsabfragen angezeigt – beispielsweise Bildauswahlen oder ähnliche Verifizierungsmaßnahmen, wie man sie von echten Sicherheitsabfragen kennt.

Im Anschluss erhielten die Betroffenen einen Sicherheitscode per SMS oder App, den sie auf der Seite eingeben sollten. Tatsächlich verschafften sie den Tätern hierdurch Zugriff auf ihr PayPal-Konto.

Kurz darauf erfolgten mehrere unautorisierte Abbuchungen innerhalb kurzer Zeit.

Abbuchungen an „DB Vertrieb“

In mehreren Fällen handelt es sich hierbei um Zahlungen an „DB Vertrieb“ beziehungsweise den Deutsche-Bahn-Vertrieb.

Eine Kontaktaufnahme mit der Deutschen Bahn durch mehrere unserer Mandanten hat ergeben, dass in derartigen Fällen durch die Betrüger bei der Deutschen Bahn stornierbare Tickets gekauft worden waren. Diese Tickets werden durch die Betrüger sodann umgehend storniert, um anschließend einen Gutschein bzw. eine Erstattung zu erhalten. Diese Gutscheine werden sodann durch die Deutsche Bahn an die durch die Betrüger angegebene E-Mail-Adresse versandt.

PayPal lehnt Erstattungen häufig zunächst ab

Viele Betroffene berichten, dass PayPal die Rückerstattung zunächst mit der Begründung ablehnt, die Zahlungen seien „ordnungsgemäß autorisiert“ worden.

Diese Einschätzung ist rechtlich nicht immer zutreffend.

Denn auch wenn Sicherheitscodes eingegeben wurden, bedeutet dies nicht automatisch, dass eine wirksame Autorisierung im rechtlichen Sinne vorliegt. Gerade bei professionell gestalteten Phishing-Angriffen stellt sich häufig die Frage, ob ausreichende Sicherheitsmechanismen bestanden und ob eine Haftung des Zahlungsdienstleisters ausgeschlossen werden kann.

So sollten Betroffene reagieren

Wenn Sie Opfer eines solchen Phishing-Angriffs geworden sind, sollten Sie schnell handeln:

  1. PayPal sofort informieren
    Melden Sie sämtliche unautorisierten Zahlungen umgehend und legen Sie Widerspruch gegen ablehnende Entscheidungen ein.
  2. Konto und Zahlungsquellen sperren
    Sperren Sie Ihr PayPal-Konto sowie gegebenenfalls hinterlegte Bankkonten oder Kreditkarten, um weitere Abbuchungen zu verhindern.
  3. Lastschriften zurückziehen
    Prüfen Sie mit Ihrer Bank, ob bereits erfolgte Lastschriften zurückgebucht werden können.
  4. Strafanzeige erstatten
    Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und dokumentieren Sie sämtliche Abläufe sorgfältig.
  5. Beweise sichern
    Speichern Sie E-Mails, Screenshots, SMS-Codes, Zahlungsübersichten und sämtliche Kommunikation mit PayPal.
  6. Weitere Unternehmen kontaktieren
    Wurden Zahlungen an bestimmte Anbieter vorgenommen – etwa die Deutsche Bahn –, kann es sinnvoll sein, diese ebenfalls sofort zu kontaktieren.

 

Wie wir Sie unterstützen können

Unsere Kanzlei unterstützt Betroffene bei unautorisierten PayPal-Transaktionen und Phishing-Fällen. Wir prüfen die Erfolgsaussichten einer Rückforderung und übernehmen die außergerichtliche sowie gerichtliche Durchsetzung Ihrer Ansprüche gegenüber PayPal.

Gerade wenn PayPal eine Erstattung mit dem Hinweis auf eine angeblich „ordnungsgemäße Autorisierung“ ablehnt, lohnt sich häufig eine rechtliche Überprüfung.

 

Kostenlose Ersteinschätzung sichern

Vereinbaren Sie online oder telefonisch einen Termin zur kostenlosen Erstberatung. Gemeinsam prüfen wir Ihre Möglichkeiten und besprechen die nächsten Schritte.

Mehr Infos unter: anwalt-gegen-paypal.de

von Anna-Lucia Kürn
Anna-Lucia Kürn

Angestellte Rechtsanwältin aus der Anwaltskanzlei Lenné.

Wir helfen Ihnen gerne! Kontaktieren Sie uns. Oder vereinbaren Sie hier online einen Termin für eine telefonische kostenfreie Erstberatung.


Zurück

Navigation öffnen Schließen E-Mail Telefon Suche Online-Terminvereinbarung Mehr lesen