20. März 2017

Abgasmanipulationen: Verpestet auch Renault die Umwelt?

Auf Renault kommen harte Zeiten zu, wenn es stimmt, was die französische Tageszeitung „Libération“ berichtet. Diese zitiert nämlich aus einem Protokoll der französischen Ermittlungsbehörde DGCCRF, das den Verdacht nahelegt, Renault hätte jahrelang die Emissionen während der Kontrollmessungen manipuliert. Wörtlich heißt es:

„Renault hat die Verbraucher getäuscht - besonders während der Zulassungskontrollen im Hinblick auf den Schadstoffausstoß“.

Weiterhin schreiben die Ermittler: „Das Unternehmen verfolgte eine Strategie, die das Ziel hatte, die Ergebnisse der Schadstoff-Kontrollen zu verfälschen“. Das kommt uns dann doch sehr bekannt vor. Offensichtlich bröckelt die Strategie der internationalen Autokonzerne immer mehr, die bislang die Scheinwerfer der öffentlichen Wahrnehmung ausschließlich auf VW als einzigen Abgas-Sünder richteten. Auch die Marke AUDI ist ja mittlerweile in der Schusslinie.

Die Reaktionen der Unternehmen gleichen sich wie ein Ei dem anderen: „Die Fahrzeuge von Renault sind nicht mit einer Betrugssoftware ausgestattet, die niedrigere Schadstoffe vortäuscht“, heißt es in einer Stellungnahme von Renault. Wir erinnern uns - auch VW bestritt anfangs den Tatbestand.

Das sieht die Generaldirektion für Wettbewerb, Konsum und Betrugsbekämpfung, die in der Untersuchung federführend ist, jedoch ganz anders:

„Die Erkenntnisse lassen den Verdacht zu, dass ein betrügerisches System installiert wurde, das die Funktion des Motors so verändert, dass die Stickoxidemissionen während der Zulassungstests sinken und somit die vorgeschriebenen Obergrenzen einhalten.“

Der Bericht liegt mittlerweile drei Untersuchungsrichtern vor, die bereits am 7. Januar die Renault-Zentrale und zwei Forschungszentren durchsuchen ließen. Denn bei den staatlich überwachten Messungen die 2016 durchgeführt wurden, stellte sich heraus, dass der Kohlendioxidausstoß bei den Modellen Renault Captur und Clio IV die zulässigen Werte um 377 Prozent bzw. um 305 Prozent überstieg. Auch die Modelle Kadjar und Talisman befinden sich außerhalb der Grenzwerte. Experten spekulieren, dass bis zu 900.000 Renault-Fahrzeuge betroffen sein könnten.

Weiterhin berichtet „Libération“, dass zwischenzeitlich 70 Ermittler an dem Fall arbeiten. Dazu die  EU-Abgeordnete Karima Delli, die der Transport-Kommission des EU-Parlaments vorsteht: „Man weiß seit langem, dass Renault einer der schlimmsten Verschmutzer ist mit Modellen, deren Schadstoffausstoß bis zu vierzig Mal die zulässigen Höchstwerte überschreitet“.

Und die nächste Welle rollt bereits auf die Autoindustrie zu, denn gegen PSA Peugeot Citroën, in jüngster Zeit in Deutschland durch den Aufkauf von Opel in den Medien, ermittelt die französische Justiz ebenfalls.

Was Sie jetzt tun können

Wir sind bereits im VW Abgasskandal für unsere Mandanten tätig. Mit diesen Erfahrungswerten können wir natürlich nun auch all denen helfen, die sich durch den Renault-Konzern betrogen fühlen. Rufen Sie uns einfach an (0214 90 98 400) und vereinbaren Sie mit uns einen für Sie kostenfreien Erstberatungstermin.

Guido Lenné
Guido Lenné

Rechtsanwalt aus der Anwaltskanzlei Lenné.
Rechtsanwalt Lenné ist auch Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht.

Wir helfen Ihnen gerne! Kontaktieren Sie uns. Oder vereinbaren Sie hier online einen Termin für eine telefonische kostenfreie Erstberatung.

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