09. Dezember 2019

Der Milliarden-Betrug mit der Kryptowährung OneCoin

 

Der bislang wohl größte Betrugsfall mit der vermeintlichen Kryptowährung „OneCoin“ ist aufgeflogen. Mutmaßliche Haupttäterin soll die Bulgarin Ruja Ignatova sein. Angeblich soll sie Hunderttausende oder gar Millionen Menschen um ihr Geld gebracht haben. Von ihr fehlt derzeit jede Spur.

Der Hype um OneCoin

Die Bulgarin gilt als der Kopf hinter „OneCoin“ und machte aus der Idee einen Hype. Mit „OneCoin“-Events füllte sie ganze Hallen. Die als hochintelligent geltende Erfinderin von OneCoin versprach, die Kryptowährung werde sich zum „Bitcoin-Killer“ entwickeln und schneller wachsen. Sie plante, OneCoin an die Börse zu bringen und Bitcoin als größte Kryptowährung abzulösen.

Auf der Website warb sie mit Sprüchen wie: „Werde Teil der finanziellen Revolution.“ OneCoin sei „die erste transparente, globale Kryptowährung für Jedermann.“ Das angebliche digitale Geld sollte nicht nur hohe Renditen für Investoren bieten, sondern auch helfen, dass Millionen von Menschen in unterentwickelten Ländern Afrikas und Asiens Zugang zu finanziellen Dienstleistungen bekämen.

„Dr. Ruja“, wie sie auch genannt wird, sprach weltweit auf Konferenzen. Im Oktober 2017 sollte sie vor einem großen Publikum im Congress Center in Lissabon sprechen. Doch sie erschien nicht. Seitdem fehlt von der Bulgarin jede Spur.

OneCoin scheinbar ein Schneeballsystem

Inzwischen gehen die Ermittlungsbehörden aber davon aus, dass es sich bei OneCoin gar nicht um eine Kryptowährung handelt, die auf der sogenannten Blockchain-Technologie beruht. Vielmehr scheint es ein simples Schneeballsystem zu sein: Die ersten Investoren verzeichneten hohe Gewinne, solange immer neue Anleger Geld in das System steckten. Doch am Ende stehen hohe Verluste. Auch wenn OneCoin jegliche illegale Aktivität auf der Website, die inzwischen abgeschaltet wurde, bestritt, sind diese Methoden betrügerisch.

2017 soll OneCoin mehr als 4 Milliarden Dollar von Investoren weltweit eingesammelt haben, darunter circa 100 Millionen Pfund von britischen Anlegern. Im Oktober 2017 verschwand Ruja Ignatova dann plötzlich spurlos und wird seitdem vom FBI gesucht.

Geständnis des Bruders

Inzwischen hat Konstantin Ignatov, der Bruder von Ruja Ignatova, gegenüber dem FBI scheinbar mehrere Delikte zugegeben, unter anderem Geldwäsche und Betrug. Er soll nun in New York vor Gericht aussagen. Nach dem Verschwinden seiner Schwester hatte er die Geschäfte übernommen, war aber im Frühjahr in Los Angeles verhaftet worden. Wie die Medien berichten, soll er umfassend mit den Behörden zusammenarbeiten. Ihm drohen 90 Jahre Gefängnis wegen Betrugs und Steuerhinterziehung.

Weltweit laufen Verfahren gegen Beteiligte aus dem OneCoin-Umfeld, so auch in China, wo Behörden letztes Jahr Ermittlungen gegen 98 Personen aufnahmen und 268 Millionen US-Dollar sichergestellt haben sollen, wie es in Medienberichten heißt. Auch in Indien soll es bereits Verhaftungen gegeben haben. In Deutschland hatte die Bankenaufsicht BaFin den OneCoin-Betreibergesellschaften bereits vor zwei Jahren untersagt, die vermeintliche Kryptowährung in Umlauf zu bringen bzw. dafür Werbung zu machen.

Ob Kryptowährung, Goldanlage oder Container, Schneeballsysteme gibt es in allen Kapitalanlage-Segmenten. Und am Ende stehen mitunter Millionen Menschen mit leeren Händen da und bangen um ihr Geld. Als Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht stehe ich Betroffenen in solchen Situationen zur Seite und kämpfe für sie, um möglichst viel ihres investierten Kapitals zu retten. In einer kostenlosen Erstberatung sprechen wir über Ihren Fall und das beste Vorgehen.

von Guido Lenné
Guido Lenné

Rechtsanwalt aus der Anwaltskanzlei Lenné.
Rechtsanwalt Lenné ist auch Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht.

Wir helfen Ihnen gerne! Kontaktieren Sie uns. Oder vereinbaren Sie hier online einen Termin für eine telefonische kostenfreie Erstberatung.

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