10. Juni 2026

Geld durch falsches Festgeld verloren – haftet die Bank bei Online-Anlagebetrug?

Viele Menschen suchen derzeit nach sicheren Möglichkeiten, ihr Erspartes anzulegen. Gerade Festgeldangebote wirken auf den ersten Blick attraktiv: feste Laufzeiten, kalkulierbare Zinsen und der Eindruck hoher Sicherheit. Doch genau dieses Vertrauen nutzen Betrüger zunehmend aus.

Ein aktueller Gerichtsfall zeigt, dass geschädigte Anleger nicht automatisch auf ihrem Verlust sitzen bleiben müssen. Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Ansprüche gegenüber Banken bestehen.

Wenn aus einer Geldanlage plötzlich ein Betrugsfall wird

Ein typischer Ablauf:

Eine Person entdeckt im Internet ein vermeintlich seriöses Festgeldangebot. Die Kommunikation wirkt professionell, Unterlagen erscheinen plausibel und die Eröffnung eines Kontos bei einer bekannten Bank wird als notwendiger Zwischenschritt erklärt.

Die Identifizierung erfolgt über die üblichen digitalen Verfahren. Anschließend wird der Anlagebetrag überwiesen.

Kurze Zeit später folgt die Überraschung: Das Geld ist nicht mehr verfügbar. Nach weiteren Nachforschungen entsteht der Verdacht, dass nicht die versprochene Anlage umgesetzt wurde, sondern Dritte Zugriff auf das eingerichtete Konto oder die Zahlungsprozesse erhalten haben.

Betroffene erleben solche Situationen häufig als besonders belastend, weil der Ablauf zunächst völlig gewöhnlich erscheint und keine offensichtlichen Warnsignale erkennbar waren.

Ein Gericht hat sich jüngst mit einem vergleichbaren Sachverhalt beschäftigt und festgestellt, dass die Verantwortung nicht automatisch allein beim Verbraucher liegen muss. Entscheidend können die Umstände der Kontoeröffnung, die Autorisierung der Vorgänge und die Prüfpflichten der beteiligten Stellen sein.

Warum sich eine rechtliche Prüfung lohnen kann

Viele Betroffene erhalten zunächst eine ablehnende Rückmeldung und gehen deshalb davon aus, keine Möglichkeiten mehr zu haben.

In der Praxis lohnt sich jedoch häufig ein genauer Blick.

Nicht jeder Zahlungsvorgang gilt automatisch als wirksam autorisiert. Ebenso bedeutet eine erfolgte Identifikation nicht zwangsläufig, dass jede spätere Verfügung rechtlich dem Kontoinhaber zugerechnet werden kann.

Je nach Sachverhalt können unter anderem folgende Fragen relevant werden:

• Wer hat die streitigen Transaktionen tatsächlich ausgelöst?

• Welche Sicherheitsmechanismen wurden eingesetzt?

• Gab es Auffälligkeiten im Kontoeröffnungsprozess?

• Wurden Prüf- oder Kontrollpflichten ausreichend erfüllt?

• Liegt tatsächlich grobe Fahrlässigkeit vor?

Gerade bei modernen Betrugsmodellen ist die technische und rechtliche Bewertung oft deutlich komplexer als die erste Reaktion der Beteiligten vermuten lässt.

Diese Schritte sollten Geschädigte möglichst früh einleiten

Wer feststellt, dass Geld im Zusammenhang mit einer vermeintlichen Geldanlage oder einer Online-Kontoeröffnung verschwunden ist, sollte strukturiert vorgehen.

Sinnvoll sind insbesondere:

• sämtliche E-Mails und Nachrichten sichern

• Kontoauszüge und Zahlungsbestätigungen speichern

• Screenshots von Webseiten und Portalen erstellen

• Zeitabläufe dokumentieren

• Bankunterlagen vollständig sammeln

• rechtliche Ansprüche frühzeitig prüfen lassen

Je früher relevante Informationen gesichert werden, desto besser lassen sich spätere Ansprüche bewerten und durchsetzen.

Wie unsere Kanzlei Betroffene unterstützen kann

Unsere Kanzlei begleitet Mandantinnen und Mandanten bundesweit bei Streitigkeiten rund um Zahlungsdienste, Online-Betrug, Kontomissbrauch und Bankhaftung.

Wir prüfen insbesondere:

• ob Erstattungsansprüche bestehen

• ob Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit Konto- oder Zahlungsprozessen vorliegen

• ob außergerichtliche Lösungen erreichbar sind

• welche gerichtlichen Schritte sinnvoll erscheinen

• wie Beweise effektiv gesichert werden können

Oft lässt sich bereits nach einer ersten rechtlichen Einschätzung erkennen, ob ein weiteres Vorgehen Aussicht auf Erfolg haben kann.

Jetzt unverbindlich informieren

Wenn Sie selbst Geld im Zusammenhang mit einer vermeintlichen Geldanlage verloren haben oder Zweifel an einem Zahlungsvorgang bestehen, sprechen Sie uns an.

Unsere telefonische Erstberatung ist kostenlos.

Aktuelle Urteile, Rechtstipps und Informationen zu neuen Betrugsfällen erhalten Sie hier: Newsletter abonnieren

Guido Lenné
Guido Lenné

Rechtsanwalt aus der Anwaltskanzlei Lenné.
Rechtsanwalt Guido Lenné ist auch Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht.

Wir helfen Ihnen gerne! Kontaktieren Sie uns. Oder vereinbaren Sie hier online einen Termin für eine telefonische kostenfreie Erstberatung.


Zurück

Navigation öffnen Schließen E-Mail Telefon Suche Online-Terminvereinbarung Mehr lesen