20. Februar 2026

Geld über PayPal abgebucht, obwohl Sie nichts bestellt haben – was können Sie jetzt tun?

Plötzlich fehlt Geld auf dem PayPal-Konto, obwohl Sie keine Zahlung veranlasst haben. Noch belastender wird die Situation, wenn PayPal eine Erstattung ablehnt und sich auf eine angeblich erfolgte Lieferung beruft. Genau das erleben Verbraucher immer wieder.

Ein typischer Fall aus unserer Beratung zeigt, wie solche Konstellationen ablaufen.

Ein Kontoinhaber stellte fest, dass mehrere hundert US-Dollar von seinem PayPal-Account an einen Empfänger im Ausland transferiert worden waren. Eine Bestellung hatte er nicht vorgenommen. Auch hatte er keiner anderen Person Zugriff auf sein Konto gewährt. Bei der Durchsicht seiner Kontodaten bemerkte er zudem, dass eine ihm völlig unbekannte internationale Telefonnummer hinterlegt war. Diese Änderung hatte er nicht selbst vorgenommen. Für ihn sprach alles dafür, dass ein Unbefugter Zugriff auf sein Konto erlangt hatte.

Der Vorfall wurde umgehend an PayPal gemeldet. Es wurde ein Konfliktverfahren eingeleitet. Dennoch erhielt der Betroffene kurze Zeit später die Mitteilung, der Verkäufer habe einen Versandnachweis vorgelegt und die Ware sei zugestellt worden. Der Antrag auf Käuferschutz wurde abgelehnt. Konkrete Angaben zu einer nachvollziehbaren Lieferadresse oder zu einer persönlich entgegengenommenen Sendung lagen dem Betroffenen jedoch nicht vor. Er hatte weder eine Bestellung ausgelöst noch eine Ware erhalten.

Wann besteht ein Anspruch auf Rückerstattung?

Rechtlich sind PayPal-Zahlungen als Zahlungsdienste im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuchs einzuordnen. Maßgeblich ist, ob der Zahlungsvorgang autorisiert war. Eine Autorisierung setzt voraus, dass Sie als Kontoinhaber der Zahlung zugestimmt haben.

Wurde der Account gehackt und die Zahlung ohne Ihr Einverständnis ausgelöst, fehlt es an einer wirksamen Zustimmung. In diesem Fall ist der Zahlungsdienstleister grundsätzlich verpflichtet, den Betrag zu erstatten.

PayPal muss darlegen und beweisen, dass der Zahlungsvorgang ordnungsgemäß authentifiziert wurde und kein technischer Fehler oder Sicherheitsmangel vorlag. Ein pauschaler Hinweis auf eine angebliche Versendung reicht rechtlich häufig nicht aus.

Keine Haftung ohne grobe Fahrlässigkeit

Eine Inanspruchnahme des Kontoinhabers kommt nur in Betracht, wenn ihm ein gravierender Verstoß gegen seine Sorgfaltspflichten vorzuwerfen ist. Dies wäre etwa der Fall, wenn Zugangsdaten leichtfertig weitergegeben oder offensichtliche Sicherheitswarnungen ignoriert wurden.

Wird hingegen ein Account trotz üblicher Sicherheitsmaßnahmen kompromittiert und reagiert der Betroffene sofort mit Passwortänderung, Entfernung fremder Daten und Meldung des Vorfalls, spricht vieles gegen ein grob fahrlässiges Verhalten.

Die Beweislast für eine solche Pflichtverletzung liegt nicht bei Ihnen, sondern beim Zahlungsdienstleister.

Wie können Sie sich gegen eine ablehnende Entscheidung wehren?

Wenn PayPal einen Konfliktfall schließt, bedeutet das nicht, dass keine weiteren rechtlichen Möglichkeiten bestehen. Die interne Entscheidung ersetzt keine gerichtliche Prüfung.

Betroffene können PayPal zur Erstattung auffordern und eine detaillierte Darlegung der behaupteten Lieferung verlangen. Hierzu zählen insbesondere Versandbelege, Empfängerangaben und eine nachvollziehbare Zustellbestätigung. Bleibt PayPal bei seiner Ablehnung, können Ansprüche auch gerichtlich geltend gemacht werden.

Gerade bei Auslandsüberweisungen und fragwürdigen Versandnachweisen lohnt sich eine sorgfältige rechtliche Analyse.

Wie unsere Kanzlei Sie unterstützt

Wir prüfen für Sie umfassend, ob eine nicht autorisierte Zahlung vorliegt und welche Ansprüche sich daraus ergeben. Dabei bewerten wir die Beweislage, fordern erforderliche Unterlagen an und übernehmen die gesamte Kommunikation mit PayPal.

Sollte eine außergerichtliche Lösung nicht möglich sein, vertreten wir Ihre Interessen konsequent auch vor Gericht. Unser Ziel ist es, unberechtigte Belastungen Ihres Kontos rückgängig zu machen und Ihre Ansprüche effektiv durchzusetzen.

Kostenlose telefonische Erstberatung

Wenn auch Sie von einer unbefugten PayPal-Abbuchung betroffen sind, lassen Sie Ihre Situation rechtlich prüfen. Je früher gehandelt wird, desto besser lassen sich Ansprüche sichern.

Die telefonische Erstberatung ist in unserer Kanzlei für Sie kostenlos. Einen Termin können Sie bequem online vereinbaren.

📞 Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns über unser Kontaktformular – wir sind für Sie da. Besuchen Sie auch unsere Sonderseite zum Thema PayPal: https://anwalt-gegen-paypal.de/

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Guido Lenné
Guido Lenné

Rechtsanwalt aus der Anwaltskanzlei Lenné.
Rechtsanwalt Guido Lenné ist auch Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht.

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