23. Dezember 2020

Guido Lenné im WDR: Schuldenfalle Ratenkauf

Ratenkauf und 0-%-Finanzierungen werden heutzutage für fast alle Güter angeboten. Doch oft tappen die Verbraucher so erst recht in die Schuldenfalle. In Deutschland sind rund 6,8 Mio. Menschen überschuldet. 1,7 Mio. davon allein in NRW. Die häufigsten Gründe, warum sie sich verschulden, sind Arbeitslosigkeit, Krankheit, Scheidung und – seit Corona – vor allem die Kurzarbeit.

Seit Beginn der Pandemie gibt es immer mehr Schuldner, die ihre Rechnungen und Kredite nicht mehr bezahlen können. Selbstständige mussten ihre Tätigkeit aufgeben, die Einkünfte sind teilweise drastisch gesunken. Das stellt die Betroffenen nicht nur unverschuldet vor allgemeine finanzielle Herausforderungen, es hat auch katastrophale Auswirkungen, wenn Kredite abbezahlt werden müssen.

Dabei machen es Kreditkarten und Ratenangebote den Verbrauchern sehr einfach, in die Schuldenfalle zu tappen. Fast alles kann über einen Ratenkredit finanziert werden. In Deutschland zahlen aktuell etwa 34 % der Menschen Raten für mindestens einen Konsumkredit. Die durchschnittliche Höhe der Finanzierung liegt bei 10.600 €. Abgezahlt werden so Autos, Unterhaltungselektronik, Möbel und Haushaltsgroßgeräte.

Ratenzahlung für jedermann?

Besonders reizvoll ist hier die 0-%-Finanzierung, bei der man angeblich keine Zinsen bezahlt. Doch wer hier nicht genau hinschaut, gibt am Ende mehr aus. So sind dann plötzlich nach Ablauf von 12 Monaten teure Zinsen fällig, falls der Kredit bis dahin nicht abbezahlt wurde. Was vielen Verbrauchern auch nicht klar ist: dass sie die Ware nicht beim jeweiligen Händler abzahlen, sondern einen echten Darlehensvertrag mit einer Bank abschließen. Letzten Endes handelt es sich also lediglich um eine Kreditvermittlung seitens des Händlers. Ein lukratives Geschäft für Händler und Banken, das in vielen Fällen ohne Rücksicht auf die persönliche Situation oder Kreditwürdigkeit des Verbrauchers abgeschlossen wird, wie der WDR durch zwei Testshopper herausfindet. Tatsächlich ist sogar häufig bei einem Ratenkauf bis zu 4.000 € kein Einkommensnachweis nötig.

Teilweise wird den Käufern anstelle einer Ratenzahlung auch eine Kreditkarte mit einem gewissen Limit vermittelt, welches dann sukzessive erhöht wird. Um das immer höhere Kreditlimit im System durchzubekommen, wurde in einem vom WDR dokumentierten Fall sogar auf dem Papier die Höhe des Lohns des Kreditkarteninhabers erhöht. So wurde über die Jahre aus einem dreistelligen Schuldbetrag ein fünfstelliger. Einer der Kostenreiber: die Restschuldversicherung.

Kostentreiber Restschuldversicherung

Was es mit dieser Versicherung auf sich hat, will der WDR von Guido Lenné wissen. Der Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht erklärt: „Ganz oft wird dieses Zusatzprodukt Restschuldversicherung gar nicht erwähnt. Da ist einfach ein kleines Häkchen standardmäßig im Vertrag gesetzt.“ Er weiß, dass Banken 0-%-Finanzierungen gerne als Einstiegskredit nutzen, um den Verbraucher „anzulocken“ und später in immer höher verzinste Kredite zu treiben. Vor der Restschuldversicherung warnt Lenné, denn hier verdienen die Banken in Zeiten von Niedrigzinsen ihr Geld.

Wenn dann irgendwann noch Post vom Inkassounternehmen kommt, wird es für viele Schuldner richtig eng und die Kosten können weiter in die Höhe schnellen. Hier rät Guido Lenné, die vom Inkassounternehmen gesetzten Fristen zu beachten und durchaus auch zu prüfen, ob es sich um ein seriöses Inkassobüro handelt, denn dann werden die zusätzlich anfallenden Kosten vermutlich gesetzeskonform sein. Welche Tipps der Leverkusener Rechtsanwalt für Betroffene sonst noch hat, erfahren Sie in dem WDR-Beitrag, den Sie sich hier ansehen können.

Verbrauchern, die beispielsweise aufgrund geänderter Umstände durch die Corona-Pandemie ihre Ratenzahlungen nicht mehr bedienen können, steht der Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht gerne zur Seite. Er prüft die Kreditverträge, die manchmal aufgrund fehlerhafter Widerrufsbelehrungen sogar noch widerrufen werden können, die Restschuldversicherung (so vorhanden) und hilft auch, wenn das Inkassounternehmen anklopft. Je nach individueller Sachlage kann mit diesen unter Umständen ein Vergleichsangebot ausgehandelt werden. Lassen Sie sich einfach bei einem unverbindlichen, kostenlosen Erstgespräch beraten.

Guido Lenné
Guido Lenné

Rechtsanwalt aus der Anwaltskanzlei Lenné.
Rechtsanwalt Lenné ist auch Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht.

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