02. Februar 2026

Ich habe eine E-Mail zur angeblichen Konto-Bestätigung erhalten – ist mein Bankkonto in Gefahr?

Viele Bankkundinnen und Bankkunden sind derzeit verunsichert: Sie erhalten eine E-Mail, in der sie aufgefordert werden, ihr Konto zu „bestätigen“, „zu aktualisieren“ oder angebliche Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen. Der Ton der Nachricht ist häufig dringend, teils wird mit Einschränkungen beim Online-Banking oder einer Sperrung des Kontos gedroht. Auf den ersten Blick wirkt die E-Mail seriös und professionell gestaltet. Tatsächlich steckt dahinter jedoch regelmäßig ein gezielter Betrugsversuch.

Solche Nachrichten gehören zu einer bekannten Masche des sogenannten Phishing. Kriminelle versuchen dabei, Empfängerinnen und Empfänger dazu zu bringen, auf einen Link zu klicken und dort vertrauliche Daten einzugeben. Ziel ist es, Zugangsdaten zum Online-Banking, TAN-Verfahren oder andere sensible Informationen abzugreifen und anschließend missbräuchlich zu nutzen. Betroffen sind keineswegs nur technisch unerfahrene Personen – auch aufmerksame Nutzer können durch täuschend echte Gestaltung irregeführt werden.

Wie läuft der Betrug typischerweise ab?

Die betrügerischen E-Mails vermitteln häufig den Eindruck, sie stammten direkt von der eigenen Bank. Logos, Farben und bekannte Formulierungen werden übernommen. Inhaltlich wird behauptet, es liege ein Sicherheitsproblem vor oder eine gesetzliche Vorgabe erfordere eine kurzfristige Bestätigung der Kontodaten. Oft wird eine Frist gesetzt oder es wird darauf hingewiesen, dass der Zugang sonst eingeschränkt werde. Der enthaltene Link führt jedoch nicht zur echten Internetseite der Bank, sondern zu einer täuschend echt nachgebildeten Seite, die ausschließlich dem Datendiebstahl dient.

Woran können Sie erkennen, dass es sich um einen Betrugsversuch handelt?

Auch wenn die Nachrichten immer professioneller wirken, gibt es typische Anzeichen. Häufig fehlt eine persönliche Anrede mit Ihrem vollständigen Namen. Die Absenderadresse passt nicht exakt zur offiziellen Domain der Bank oder enthält ungewöhnliche Zusätze. Links führen – bei genauer Betrachtung – auf fremde Internetadressen. Besonders verdächtig ist es, wenn Sie per E-Mail aufgefordert werden, Passwörter, PINs oder TANs einzugeben. Seriöse Banken verlangen dies auf diesem Weg grundsätzlich nicht.

Wie sollten Sie sich verhalten, wenn Sie eine solche Nachricht erhalten haben?

Wenn Sie lediglich eine verdächtige E-Mail bekommen haben, ohne darauf zu reagieren, gilt: Klicken Sie keine Links an, öffnen Sie keine Anhänge und löschen Sie die Nachricht. Nutzen Sie für Rückfragen ausschließlich die offiziellen Kontaktmöglichkeiten Ihrer Bank, etwa über die bekannte Internetseite oder die Ihnen bekannte Telefonnummer.

Haben Sie hingegen bereits Daten eingegeben oder einen Link angeklickt, besteht dringender Handlungsbedarf. In diesem Fall sollten Sie unverzüglich Ihre Bank kontaktieren, den Online-Zugang sperren lassen und Passwörter ändern. Kontrollieren Sie Ihre Kontobewegungen sorgfältig, um unberechtigte Abbuchungen frühzeitig zu erkennen.

Welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen bei finanziellen Schäden?

Sind durch den Betrug bereits Zahlungen von Ihrem Konto erfolgt, stellt sich schnell die Frage nach der Haftung. Nach dem geltenden Zahlungsdienste-Recht ist die Bank grundsätzlich verpflichtet, nicht autorisierte Zahlungsvorgänge zu erstatten. Eine Ausnahme kann bestehen, wenn der Bankkunde grob fahrlässig gehandelt hat. Ob ein solches Verhalten tatsächlich vorliegt, ist jedoch immer eine Frage des Einzelfalls und rechtlich oft umstritten.

Nicht jede Eingabe von Daten führt automatisch zum Verlust von Erstattungsansprüchen. Entscheidend ist, wie die konkrete Nachricht gestaltet war, welche Warnsignale erkennbar waren und wie der Ablauf im Detail aussah. Genau hier lohnt sich eine rechtliche Prüfung. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, Strafanzeige gegen unbekannt zu erstatten, um Ermittlungen einzuleiten und den Vorfall zu dokumentieren.

Wie wir Sie unterstützen können

Unsere Kanzlei berät und vertritt Mandantinnen und Mandanten, die Opfer von Online-Banking-Betrug geworden sind. Wir prüfen, ob und in welchem Umfang Rückzahlungs- oder Schadensersatzansprüche gegenüber der Bank bestehen, übernehmen die rechtliche Kommunikation und setzen berechtigte Forderungen konsequent durch. Ziel ist es, finanzielle Verluste möglichst zu begrenzen oder rückgängig zu machen und Sie rechtlich zu entlasten.

Eine telefonische Erstberatung ist bei uns kostenlos. Einen Termin können Sie bequem online buchen, um Ihren Fall unverbindlich mit uns zu besprechen und eine erste rechtliche Einschätzung zu erhalten.

Zögern Sie nicht, frühzeitig rechtlichen Rat einzuholen – je schneller reagiert wird, desto besser lassen sich Ihre Interessen wahren.

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von Kerstin Messerschmidt
Kerstin Messerschmidt

Angestellte Rechtsanwältin aus der Anwaltskanzlei Lenné.

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