04. Mai 2010

Neues aus Argentinien - Umschuldung, die Zweite

2001 erklärte sich Argentinien für zahlungsunfähig. Ein Schock für ca. eine halbe Million privater Gläubiger, die dem Land über Anleihen Geld zur Verfügung gestellt hatten. 2005 unterbreitete das südamerikanische Land ein erstes Umschuldungsangebot. 75% der Gläubiger stimmten diesem Angebot damals zu und verzichteten damit gleichzeitig auf ca. 50% ihrer Forderungen. Nun braucht das Land offenbar wieder dringend Geld und somit Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten. Bedingt dadurch hat die Regierung Argentiniens den verbliebenen Gläubigern, also den 25%, die 2005 das erste Umschuldungsangebot nicht angenommen haben, ein weiteres Angebot unterbreitet.
Auch dieses Angebot ist mit Einbußen bezogen auf den ursprünglichen Nominalwert der ausgegebenen Anleihen bzw. den entgangenen Zinsen verbunden, soll aber die Forderungen zu etwa zwei Dritteln befriedigen. Das Angebot ist zweigeteilt und richtet sich einmal an institutionelle Investoren (Anlegern die Bonds in einer Höhe über 50.000 Dollar halten) und Kleinanleger mit geringerem Anlagevolumen. Institutionelle Anleger sollen einen neuen Bond mit einem Kapitalschnitt von 66,3% erhalten. Medienberichten zufolge soll die neue Anleihe bis 2033 laufen und voraussichtlich mit einem Zins von 7,82% für Euro-Titel ausgestattet sein. Nicht gezahlte Zinsen sollen ab 2005 anerkannt und durch einen neuen Bond beglichen werden.
Kleinanlegern soll dagegen einen neue Anleihe ohne Abschlag auf den Nennwert angeboten werden, die bis zum Jahr 2038 läuft. Allerdings wird der Zinssatz niedriger sein als der der ursprünglichen Anleihe. Wie der Wirtschafts- und Finanzminister Argentiniens Amado Boudou mitteilte, können Privatanleger zum Ausgleich mit der Bezahlung ihrer seit 2005 entgangenen Zinsen rechnen.

Quelle: Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger

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