19. Oktober 2018

P&R Container: Infos zur Gläubigerversammlung in München

Am Mittwoch fand die erste von vier Gläubigerversammlungen von P&R-Firmen in der Münchner Olympiahalle statt. Circa 2500 Geschädigte kamen, um dem Bericht des Insolvenzverwalters Michael Jaffé zu folgen, weitere 7700 schickten ihre Anwälte. Zusammen hatten sie über eine Milliarde Euro bei P&R angelegt. Guido Lenné war für Sie ebenfalls vor Ort.

Für die Anleger gab es gute und weniger gute Nachrichten. Zwar sei ein Großteil ihres Geldes verloren, so Jaffé. Doch dürften ca. 500 Millionen Euro bereits bis 2021 netto zurückfließen, wenn alles gut ginge. Realistisch könnten Gläubiger darauf hoffen, etwa 30 Prozent ihres Investments wiederzusehen.

Der Hoffnungsträger: die schweizerische P&R

Erreicht werden soll das über die nicht insolvente schweizerische P&R, die bis zum Jahr 2021 Nettozuflüsse von rund 500 Millionen Euro erhalten könnte. Diese Mittel sollen für die Anleger gerettet werden. Doch liegt darin auch das Risiko: Denn sämtliche noch vorhandene Container werden von der Schwesterfirma in der Schweiz vermietet und verwaltet (erst nach der Insolvenz hatte sich herausgestellt, dass von 1,65 Millionen verkauften Containern eine Million lediglich auf dem Papier existierte). Geht die schweizerische Firma, welche die Container verwaltet, also auch in den Konkurs, droht den Anlegern der Totalverlust. In einem aktuellen Artikel der Zeitschrift Spiegel erfahren Sie hierzu mehr.

Darüber hinaus gestaltet sich der Zugriff auf diese Firma aufgrund des rechtlichen Konstrukts der P&R-Gruppe nicht ganz einfach. Den Anlegern wurden die Container in Deutschland verkauft. Diese vier Gesellschaften sind insolvent. Die anschließende Vermietung der Container an Schiffsfrachtgesellschaften lief jedoch über die Schweiz. Da die Schweizer P&R-Gesellschaft nicht im Insolvenzverfahren ist, unterliegt sie nicht dem direkten Zugriff des deutschen Insolvenzverwalters. Im Manager-Magazin wird dies näher erläutert.

Zwar dürfte es die Geschädigten freuen, dass sie eine Chance haben, zumindest Teile ihrer Investition wiederzusehen, doch müssen sie dafür eines mitbringen: Zeit. Ein Großteil der Anleger ist jedoch über 70 Jahre alt. Daher drängt Jaffé auf rasche Abschlagszahlungen und strebt eine erste Zahlung an die Gläubiger im Jahr 2020 an. Detaillierte Auszüge aus seinem Bericht finden Sie in diesem aktuellen Bericht im Handelsblatt.

Für die Klienten unserer Kanzlei ist dies aber zunächst einmal als Hoffnungsschimmer zu werten. Bleiben Sie also weiter ruhig, denn Sie sind bei uns besten Händen: Guido Lenné ist für Sie vor Ort. Selbstverständlich werden wir Sie über die weiteren Entwicklungen stets auf dem Laufenden halten.

Guido Lenné
Guido Lenné

Rechtsanwalt aus der Anwaltskanzlei Lenné.
Rechtsanwalt Lenné ist auch Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht.

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