P&R verschwieg Anlegern Beteiligung an britischer Firma für Container-Leasing

Die insolvente Firmengruppe P&R Container hat ihren Anlegern allem Anschein nach wichtige Informationen vorenthalten, denn sie hält offenbar nicht nur seit 2004 Anteile an einem britischen Unternehmen für Container-Leasing, sondern aus einem britischen Firmenregister geht auch noch hervor, dass P&R-Gründer Heinz Roth dort als Direktor tätig sein soll. Diese Informationen werden jedoch in den Prospekten für die Anleger, die 2017 veröffentlicht wurden, nicht erwähnt.

Dabei hat Blue Sky Intermodal ca. 35 Prozent der Container, die P&R seinen Anlegern verkaufte, vermietet und ist somit in einer Kundenbeziehung mit P&R. Ein möglicher Interessenkonflikt für Heinz Roth, denn als Chef von P&R muss er dafür sorgen, dass das Leasinggeschäft hohe Erträge abwirft, als Direktor von Blue Sky Intermodal hingegen möglichst günstige Mieten aushandeln. Bisher ist über die genauen Hintergründe wenig bekannt. In Medienberichten heißt es, er sei bei Blue Sky Intermodal nicht fürs Tagesgeschäft zuständig gewesen.

Doch was bedeutet das für die Anleger?

Zunächst einmal hätte diese Verbindung den Anlegern grundsätzlich offengelegt werden müssen. Es bleibt zum jetzigen Zeitpunkt unklar, ob diese Geschäftsbeziehung den Anlegern ein Vermietungsgeschäft vortäuschen sollte oder zum Ziel hatte, Geld zu verschieben. Tatsache ist, dass die Anleger über diese Beteiligung hätten informiert werden müssen. Doch laut Einschätzung von Guido Lenné, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, könnte sie sich ggf. sogar auch vorteilhaft auf die Interessen der Anleger auswirken, die sich seit der Insolvenz des Unternehmens im März diesen Jahres um ihr Investment sorgen. Grund: Der möglicherweise wertvolle P&R-Anteil an Blue Sky Intermodal könnte nun in die Insolvenzmasse einfließen, wovon die Anleger profitieren würden. "Das wäre dann endlich mal eine gute Nachricht, wenn es so käme", so Rechtsanwalt Lenné.

Wie wir bereits berichteten, hatte P&R seinen Investoren ungefähr 1,6 Millionen Container verkauft, von denen aber offenbar nur noch rund 618.000 im Bestand sind. Viele der 54.000 Anleger investierten bereits seit rund 40 Jahren in dieses Anlagemodell und hatten bis zuletzt pünktlich die zugesagten Auszahlungen erhalten.

Unsere Anwaltskanzlei bietet Betroffenen hier ein Erstinfopaket und einen Mailverteiler zum Thema.

 

von Guido Lenné
Guido Lenné

Rechtsanwalt aus der Anwaltskanzlei Lenné.
Rechtsanwalt Lenné ist auch Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht.

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