19. Januar 2026

PayPal-Betrug nach Instagram-Werbung – was tun, wenn Sie auf einen gefälschten On-Schuhshop hereingefallen sind?

Immer häufiger berichten Verbraucherinnen und Verbraucher uns davon, dass sie über Social-Media-Werbung auf scheinbar seriöse Online-Shops gelangen und dort Opfer von Betrug werden. Besonders perfide sind aktuell Fälle, in denen mit angeblichen Schnäppchen der beliebten Schuhmarke „On“ geworben wird. Die Webseiten wirken täuschend echt, die Zahlung erfolgt über PayPal – und dennoch fehlt kurze Zeit später jede Spur der bestellten Ware. Stattdessen tauchen unbekannte Abbuchungen im PayPal-Konto auf. Viele Betroffene fragen sich: Wie konnte das passieren, und wie komme ich an mein Geld zurück?

Im Folgenden erfahren Sie, wie diese Betrugsmasche funktioniert, woran Sie Fake-Shops erkennen, welche rechtlichen Möglichkeiten Sie nach einem PayPal-Betrug haben und wie wir Sie dabei unterstützen können.

Zunächst zum typischen Ablauf der Fälle, mit denen sich Betroffene derzeit an uns wenden. Ausgangspunkt ist meist eine professionell gestaltete Werbeanzeige auf Instagram oder TikTok. Dort werden hochwertige Markenschuhe zu extrem niedrigen Preisen angeboten. Die Preisnachlässe wirken auf den ersten Blick außergewöhnlich, aber nicht völlig ausgeschlossen – schließlich sind Sonderaktionen im Onlinehandel üblich. Ein Klick auf die Anzeige führt auf eine Webseite, die dem Original-Shop der Marke optisch stark ähnelt. Logos, Produktbilder, Texte und Seitenstruktur vermitteln Seriosität und sollen Vertrauen schaffen.

Nach Auswahl der Schuhe wird der Kauf über PayPal abgewickelt. Genau das wiegt viele in Sicherheit, da PayPal als vermeintlich sicherer Zahlungsdienst gilt. Auffällig ist jedoch, dass nach dem Kauf oft keine klassische Bestellbestätigung oder Rechnung per E-Mail eingeht. Erst Tage später bemerken Betroffene, dass auf ihrem PayPal-Konto Abbuchungen erfolgt sind, teilweise in fremden Währungen wie japanischen Yen. Ein Blick auf die Transaktionsdetails zeigt dann häufig ausländische Empfängeradressen oder ungewöhnliche E-Mail-Domains, die nicht zu einem angeblich deutschen Online-Shop passen. Spätestens hier wird klar: Es handelt sich um einen Fake-Shop.

Es gibt typische Warnsignale, die bei solchen Betrugsfällen immer wieder auftreten. Hochwertige Markenware wird fast ausschließlich über Social Media beworben und nicht über bekannte Preisvergleichsportale. Die Preise liegen weit unter dem marktüblichen Niveau. Nach dem Kauf fehlen Bestellbestätigung, Versandinformationen und ein erreichbarer Kundenservice. Im PayPal-Konto erscheinen Zahlungen an ausländische Empfänger oder in Fremdwährungen. All dies sind deutliche Hinweise darauf, dass kein seriöser Händler hinter dem Angebot steht.

Wenn Sie bereits betroffen sind und feststellen, dass Ihr PayPal-Konto unberechtigt belastet wurde, ist schnelles und strukturiertes Handeln entscheidend. Der erste Schritt sollte immer sein, den Vorfall bei PayPal zu melden. Die Zahlung sollte als unautorisiert oder betrügerisch beanstandet werden. Auch wenn PayPal einen Fall zunächst ablehnt, bedeutet dies keineswegs, dass keine weiteren Möglichkeiten bestehen. Nach unserer Erfahrung lassen sich viele Entscheidungen mit rechtlich fundierter Argumentation überprüfen und korrigieren.

Parallel dazu empfiehlt es sich, Strafanzeige zu erstatten. Dokumentieren Sie den gesamten Ablauf so genau wie möglich. Dazu gehören Screenshots der Werbeanzeige, der Fake-Webseite, der Zahlungsdetails bei PayPal sowie sämtlicher E-Mails oder Nachrichten. Eine Anzeige bei der Polizei ist häufig Voraussetzung, um gegenüber Zahlungsdienstleistern weitergehende Ansprüche geltend zu machen.

Ebenso wichtig ist die Sicherung aller Beweise. Je besser der Sachverhalt dokumentiert ist, desto höher sind die Chancen, PayPal Pflichtverletzungen nachzuweisen oder eine Rückerstattung zu erreichen. In bestimmten Konstellationen kann es zudem sinnvoll sein, auch die hinterlegte Bank oder den Zahlungsdienstleister zusätzlich zu informieren, insbesondere wenn sehr schnell reagiert wird.

Viele Betroffene sind verunsichert, weil PayPal sich auf den Standpunkt stellt, die Zahlung sei autorisiert worden. Rechtlich ist diese Sichtweise jedoch nicht in jedem Fall haltbar. PayPal trifft eigene Prüf- und Schutzpflichten gegenüber seinen Kundinnen und Kunden. Werden diese verletzt, können sich daraus Ansprüche auf Erstattung ergeben – auch dann, wenn der Zahlungsvorgang technisch korrekt ausgelöst wurde.

Unsere Kanzlei unterstützt regelmäßig Mandantinnen und Mandanten, die durch Online-Fake-Shops und PayPal-Betrug geschädigt wurden. Wir prüfen Ihren individuellen Fall sorgfältig und klären, ob PayPal seinen Pflichten ausreichend nachgekommen ist, welche rechtlichen Ansprüche bestehen und wie diese konsequent durchgesetzt werden können. Dabei vertreten wir Betroffene auch in Fällen mit ausländischen Zahlungsempfängern oder bei zunächst abgelehnten PayPal-Beschwerden.

Wenn Sie Opfer eines PayPal-Betrugs über Instagram-Werbung oder einen gefälschten Onlineshop geworden sind, zögern Sie nicht, sich beraten zu lassen. Wir bieten Ihnen eine kostenlose telefonische Erstberatung an, in der wir Ihre Erfolgsaussichten und das weitere Vorgehen besprechen. Einen Termin für diese Erstberatung können Sie bequem online buchen.

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns über unser Kontaktformular – wir sind für Sie da. Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Themenseite zum Thema PayPal:
https://anwalt-gegen-paypal.de/

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von Anna-Lucia Kürn
Anna-Lucia Kürn

Angestellte Rechtsanwältin aus der Anwaltskanzlei Lenné.

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