13. Februar 2026

PayPal-Betrug über gefälschte Lidl-Shops: Was können Betroffene bei unautorisierten Abbuchungen tun?

Immer wieder melden sich Verbraucherinnen und Verbraucher bei uns, die über angebliche Sonderangebote eines bekannten Discounters auf einen professionell gestalteten Online-Shop gestoßen sind. Die Webseiten wirken auf den ersten Blick täuschend echt, verwenden Logos, Produktbilder und Layouts des Originals und locken mit extremen Schnäppchenpreisen für hochwertige Technik oder Haushaltsgeräte.

Ein vermeintliches E-Bike für 149 Euro oder ein Kühlschrank für wenige Dutzend Euro klingt verführerisch. Viele Betroffene greifen deshalb schnell zu und bezahlen über PayPal. Kurz darauf folgt jedoch das böse Erwachen. Statt des günstigen Kaufpreises werden teilweise mehrere hundert oder sogar tausende Euro vom PayPal-Konto oder dem hinterlegten Bankkonto abgebucht, mitunter sogar in ausländischer Währung. Eine Lieferung erfolgt selbstverständlich nicht.

In zahlreichen uns bekannten Fällen stellte sich heraus, dass es sich um gefälschte Shops handelte, die lediglich darauf ausgelegt waren, Zahlungsdaten abzugreifen oder manipulierte PayPal-Transaktionen auszulösen. Teilweise wird unbemerkt die Zahlungsart „Freunde und Familie“ genutzt, wodurch der reguläre Käuferschutz von PayPal zunächst entfällt.

So läuft die Betrugsmasche typischerweise ab

Betroffene gelangen über Werbung, Social Media oder Suchmaschinen auf eine vermeintliche Shop-Seite. Diese wirkt seriös und professionell. Beim Bezahlen wird PayPal als schnelle und sichere Zahlungsmethode angeboten. Tatsächlich werden jedoch Zugangsdaten abgefangen oder Zahlungen technisch so umgeleitet, dass hohe oder wiederholte Abbuchungen ausgelöst werden. Erst im Nachhinein bemerken die Geschädigten die ungewöhnlichen Transaktionen auf ihrem Konto.

Welche Warnzeichen sprechen für einen Fake-Shop

Aus unserer Beratungspraxis lassen sich typische Hinweise erkennen. Verdächtig sind insbesondere ungewöhnliche Internetadressen mit Zusätzen oder Schreibfehlervarianten, extrem niedrige Preise, ein fehlendes oder fehlerhaftes Impressum, sprachliche Mängel sowie die Beschränkung auf nur eine Zahlungsart. Wenn Markenprodukte zu Preisen angeboten werden, die offensichtlich „zu gut sind, um wahr zu sein“, handelt es sich in aller Regel nicht um ein echtes Angebot.

Was Sie nach einem PayPal-Betrug sofort tun sollten

Wenn bereits Geld abgebucht wurde, ist schnelles Handeln entscheidend. Melden Sie die Transaktionen unverzüglich bei PayPal als unautorisiert und eröffnen Sie einen Fall. Auch wenn der Antrag zunächst abgelehnt wird, bestehen häufig dennoch rechtliche Möglichkeiten, eine Erstattung durchzusetzen.

Erstatten Sie zudem Strafanzeige und sichern Sie alle Beweise. Dazu gehören Screenshots der Webseite, E-Mails, Zahlungsbestätigungen, Transaktionsnummern und Zeitangaben. Kontaktieren Sie zusätzlich Ihre Bank, um gegebenenfalls weitere Abbuchungen zu stoppen oder Rückbuchungen zu prüfen.

Welche rechtlichen Ansprüche bestehen können

Viele Betroffene gehen fälschlicherweise davon aus, dass bei Nutzung von „Freunde und Familie“ oder bei einer ersten Ablehnung durch PayPal keine Ansprüche mehr bestehen. Das ist rechtlich nicht zwingend richtig. Je nach Einzelfall kommen Ansprüche aus dem Zahlungsdiensterecht, wegen unautorisierter Zahlungsvorgänge oder aufgrund von Pflichtverletzungen des Zahlungsdienstleisters in Betracht. Auch Fehler im Prüfverfahren von PayPal können eine Rolle spielen.

Hier lohnt sich eine sorgfältige rechtliche Prüfung. Nicht selten lassen sich Beträge ganz oder teilweise zurückholen.

Wie wir Sie konkret unterstützen

Unsere Kanzlei berät und vertritt regelmäßig Mandantinnen und Mandanten, die Opfer von PayPal-Betrug, Fake-Shops oder unautorisierten Abbuchungen geworden sind. Wir prüfen Ihre Transaktionen rechtlich, übernehmen die Kommunikation mit PayPal und Zahlungsdienstleistern und setzen Ihre Rückerstattungsansprüche konsequent durch. Dabei begleiten wir Sie von der ersten Einschätzung bis zur außergerichtlichen oder gerichtlichen Durchsetzung Ihrer Rechte.

Wenn Sie unsicher sind, ob sich ein Vorgehen lohnt, klären wir das gerne gemeinsam mit Ihnen. Sie erhalten bei uns eine kostenlose telefonische Erstberatung. Ihren Termin können Sie bequem online buchen.

📞 Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns über unser Kontaktformular – wir sind für Sie da. Besuchen Sie auch unsere Sonderseite zum Thema PayPal: https://anwalt-gegen-paypal.de/

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von Anna-Lucia Kürn
Anna-Lucia Kürn

Angestellte Rechtsanwältin aus der Anwaltskanzlei Lenné.

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