10. Februar 2026

PayPal-Konto gesperrt: Was tun bei Kontosperrung und eingefrorenen Guthaben?

Sie betreiben einen Online-Shop und plötzlich erhalten Sie eine E-Mail von PayPal: Ihr Konto wurde eingeschränkt oder sogar dauerhaft deaktiviert und das Guthaben wird für 180 Tage eingefroren. Für viele Händler ist dies ein Albtraum, denn PayPal ist oft die wichtigste Zahlungsmethode im Online-Handel.

Die gute Nachricht: Sie sind solchen Maßnahmen nicht schutzlos ausgeliefert. Sie haben rechtliche Ansprüche und Möglichkeiten, gegen die Entscheidung von PayPal vorzugehen.

Erst jüngst hat PayPal in einem solchen Fall wieder zugunsten unserer Mandantschaft entschieden. Auch Ihnen helfen wir gerne weiter!

Warum sperrt PayPal überhaupt Konten?

PayPal führt regelmäßig Sicherheitsprüfungen durch. Dabei kann es zu Kontoeinschränkungen kommen. Häufige Gründe sind:

  • Ungewöhnliche Kontobewegungen
  • Verdacht auf Regelverstöße
  • Fehlende oder unvollständige Unterlagen
  • Prüfung der Geschäftstätigkeit

Oft fordert PayPal dann zusätzliche Dokumente an. Wichtig ist es, der Aufforderung nachzukommen und die Dokumente hochzuladen. Überprüfen Sie, dass die Aufforderung auch tatsächlich von PayPal stammt, bevor Sie Dateien hochladen.

Das Problem: Sperrung trotz vollständiger Unterlagen

In der Praxis kommt es vor, dass PayPal Konten dauerhaft deaktiviert, obwohl der Händler alle geforderten Unterlagen fristgerecht eingereicht hat. Die Begründungen bleiben dabei oft vage und unkonkret.

PayPal teilt dann lediglich mit, dass Aktivitäten festgestellt wurden, die das Unternehmen nicht unterstützen könne – ohne konkrete Begründung, ohne Hinweis auf einen angeblichen Regelverstoß oder unzulässige Produkte.

Die besondere Marktstellung von PayPal

PayPal nimmt eine Sonderstellung im Online-Zahlungsverkehr ein. Eine Zahlung über PayPal ist bequem und die Kunden haben Vertrauen in den großen Markennamen.

Für viele Online-Händler ist PayPal unverzichtbar. Wenn eine Zahlung über PayPal nicht mehr möglich ist, wollen Kunden oft nicht mehr kaufen. Es gibt zwar Anfragen, jedoch wird davon Abstand genommen, sobald bekannt wird, dass eine Zahlung über PayPal nicht möglich ist.

Diese Abhängigkeit macht eine Kontosperrung besonders gravierend. Sie kann existenzbedrohend sein.

Ihre rechtliche Situation bei einer Kontosperrung

Mit der Eröffnung eines PayPal-Kontos kommt ein Vertragsverhältnis zustande. PayPal verpflichtet sich, Ihnen die Zahlungsdienstleistung zur Verfügung zu stellen. Sie als Kunde zahlen dafür Gebühren und halten sich an die Nutzungsbedingungen.

PayPal hat die Hauptpflicht, das Konto bereitzustellen. Tut PayPal dies nicht, liegt eine Vertragsverletzung vor.

Ihre Ansprüche bei ungerechtfertigter Sperrung

Sie haben Anspruch auf Erfüllung des Vertrags. Das bedeutet: PayPal muss Ihr Konto wieder freischalten, wenn keine berechtigten Gründe für die Sperrung vorliegen.

Darüber hinaus können Schadensersatzansprüche bestehen, sofern das Konto unberechtigterweise deaktiviert worden ist und hierdurch Vermögenseinbußen entstanden sind.

Das Problem mit eingefrorenem Guthaben

Besonders problematisch: PayPal friert bei Kontosperrungen oft auch das vorhandene Guthaben ein – häufig für 180 Tage.

Da es sich um von Ihnen erwirtschaftetes Geld handelt, hat PayPal kein Recht, dieses für 180 Tage einzubehalten.

Sie haben Anspruch auf Herausgabe Ihres Guthabens. Dieses Geld gehört Ihnen, nicht PayPal.

So sollten Sie bei einer Kontosperrung vorgehen

Schritt 1: Dokumentation

Dokumentieren Sie alles:

  • Alle E-Mails von PayPal
  • Alle eingereichten Unterlagen
  • Zeitpunkte der Einreichung
  • Screenshots Ihres Kontos

Schritt 2: Unterlagen vollständig einreichen

Reichen Sie alle von PayPal geforderten Unterlagen vollständig und fristgerecht ein. Achten Sie dabei darauf, dass die Korrespondenz auch tatsächlich mit PayPal erfolgt.

Schritt 3: Schriftliche Kommunikation

Kommunizieren Sie schriftlich mit PayPal. Telefonische Zusagen sind schwer nachweisbar. Fordern Sie schriftliche Stellungnahmen an.

Schritt 4: Konkrete Begründung einfordern

Fordern Sie von PayPal eine konkrete, nachvollziehbare Begründung für die Kontosperrung. Vage Formulierungen reichen nicht aus und führen dazu, dass keine Abhilfe geschaffen werden kann.

Schritt 5: Frist setzen

Setzen Sie PayPal eine angemessene Frist (fünf Werktage) zur Freischaltung des Kontos und Herausgabe des Guthabens.

Was tun, wenn PayPal auch weiterhin nicht reagiert?

Wie wir Sie unterstützen können

Jeder Fall einer PayPal-Kontosperrung ist individuell. Die rechtliche Bewertung hängt von vielen Faktoren ab: der Art Ihrer Geschäftstätigkeit, den konkreten Umständen der Sperrung, der Höhe des eingefrorenen Guthabens und Ihrem wirtschaftlichen Schaden.

In unserer Kanzlei haben wir gute Erfahrungen mit der Durchsetzung von Ansprüchen gegen Zahlungsdienstleister. Wir kennen die Argumentationsmuster und wissen, wie man erfolgreich vorgeht.

Eine telefonische Erstberatung ist bei uns kostenlos. Einen Termin können Sie bequem online buchen, um Ihren Fall unverbindlich mit uns zu besprechen und eine erste rechtliche Einschätzung zu erhalten.

von Kerstin Messerschmidt
Kerstin Messerschmidt

Angestellte Rechtsanwältin aus der Anwaltskanzlei Lenné.

Wir helfen Ihnen gerne! Kontaktieren Sie uns. Oder vereinbaren Sie hier online einen Termin für eine telefonische kostenfreie Erstberatung.


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