07. August 2020

Warnung an PayPal-Nutzer: neue Betrugsmasche von Cyberkriminellen

Immer wieder nehmen Cyberkriminelle Nutzer von Online-Zahlungssystemen und Internetportalen ins Visier. Ihr Vorgehen ist dabei so ausgeklügelt, dass es für die Verbraucher oft nur schwer als Betrugsmasche erkennbar ist.

Aktuell versuchen Cyberkriminelle, Verkäufer auf Kleinanzeigenportalen mit gefälschten PayPal-Daten um ihr Geld zu betrügen. Die Betrugsmasche ist offenbar im großen Stil angelegt, denn auch wenn sie in dieser Form nicht ganz neu ist, nimmt die Zahl der Betroffenen stetig zu. Die Polizei und das Landeskriminalamt Niedersachsen mahnen PayPal-Nutzer daher eindringlich zur Vorsicht.

Das Vorgehen der Betrüger

Die Betrugsmasche zielt auf Personen ab, die über Kleinanzeigenportale etwas verkaufen möchten. Was genau zum Verkauf angeboten wird, ist dabei völlig nebensächlich. Laut Aussage der Polizei könne das von der Gitarre über Schmuck bis hin zum Auto alles sein.

Die Betrüger kontaktieren den Verkäufer in der Regel per Mail und nehmen darin Bezug auf das Angebot. Sehr freundlich bekunden sie Interesse an der Ware und stellen dann einige Fragen. Die erste Mail ist dabei scheinbar sehr allgemein gehalten und geht nicht konkret auf das jeweilige Produkt ein. Es ist davon auszugehen, dass es sich hierbei um ein Massenschreiben mit identischem Textbaustein handelt, das an so viele Verkäufer wie möglich verschickt wird.

Antwortet der Verkäufer auf das erste Anschreiben, erhält er eine zweite Mail, in der die Betrüger ihre Kaufabsicht kundtun. Darin bitten sie den Verkäufer, seine PayPal-Daten zu übermitteln, damit sie die Ware bezahlen können. Zudem wird angegeben, dass die Ware nach der Bezahlung von einem Transportunternehmen abgeholt werde.

Hat der Verkäufer seine PayPal-Daten übermittelt, erhält er eine weitere Mail, in der mitgeteilt wird, dass das Transportunternehmen seine Zahlungsrichtlinien geändert habe, sodass der Verkäufer nun selbst eine Zahlung an die Spedition leisten müsse. Die Betrüger geben an, dementsprechend mehr Geld per PayPal überwiesen zu haben. Der Verkäufer erhält eine gefälschte PayPal-Zahlungsbestätigung über den entsprechenden Betrag, die auch die Zahlungsinformationen des Transportunternehmens enthält. Verkäufer, die dann eine Überweisung an das vermeintliche Transportunternehmen vornehmen, sind Opfer der Masche geworden und haben es schwer ihr Geld zu retten.

Polizei: nur geringe Chancen, das Geld wiederzubekommen

Wie die Polizei erklärt, stünden die Chancen, das Geld wiederzubekommen, eher schlecht. Wäre das Geld einmal überwiesen, so werde es von den Tätern zeitnah weiterverwendet. Den Auftrag zu stornieren, sei meistens nicht so einfach. Dennoch sollten sich Betroffene schnellstmöglich mit der eigenen Bank in Verbindung setzen. Außerdem sollten sie in jedem Fall bei der örtlichen Polizei Anzeige erstatten. Textbeispiele für die gefälschten E-Mails hat das Landeskriminalamt Niedersachsen auf seiner Website eingestellt.

Wer Opfer dieser oder einer ähnlichen Betrugsmasche geworden ist und nun versuchen möchte, sein Geld über die Bank oder den Zahlungsdienstleister zurückzuholen, dem stehen wir in unserer Kanzlei gerne zur Seite. Wir verfügen in diesem Zusammenhang über jahrelange Erfahrung im Umgang mit Banken und Zahlungsdienstleistern. Gerne beraten wir Sie hierzu in einem kostenlosen Erstgespräch.

von Guido Lenné
Guido Lenné

Rechtsanwalt aus der Anwaltskanzlei Lenné.
Rechtsanwalt Lenné ist auch Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht.

Wir helfen Ihnen gerne! Kontaktieren Sie uns. Oder vereinbaren Sie hier online einen Termin für eine telefonische kostenfreie Erstberatung.

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