03. September 2026

PayPal meldet eine unbekannte Zahlung: Muss PayPal das Geld bei Kontomissbrauch erstatten?

Aktuell kursieren besonders auffällige Nachrichten, die angeblich von PayPal stammen und eine vermeintliche PayPal Zahlung über 909 Euro bestätigen. Die angebliche Abbuchung soll Betroffene erschrecken und dazu bringen, einen Link anzuklicken. Tatsächlich führt dieser auf eine Phishing Seite. Die aktuelle Betrugswelle zeigt ein grundsätzliches Problem: Was passiert, wenn Täter tatsächlich Zugriff auf ein PayPal Konto erhalten und dort Zahlungen auslösen? Für Geschädigte ist entscheidend, dass eine technisch über das eigene Konto ausgeführte Zahlung nicht automatisch eine rechtlich autorisierte Zahlung ist. PayPal muss sich deshalb mit der Frage auseinandersetzen, wer die konkrete Transaktion tatsächlich freigegeben hat.

Warum sind PayPal Nutzer aktuell besonders gefährdet?

Phishing Angriffe auf PayPal Konten gehören seit Jahren zum Alltag. Die Methoden werden jedoch professioneller.

Aktuell wird beispielsweise eine angebliche Zahlung über 909 Euro vorgetäuscht. Die Nachricht soll beim Empfänger bewusst Alarm auslösen. Wer überzeugt ist, gerade mehrere hundert Euro verloren zu haben, reagiert möglicherweise schneller und weniger vorsichtig.

Parallel zeigen aktuelle Sicherheitsauswertungen eine anhaltende Kampagne mit zahlreichen Internetdomains, die PayPal imitieren. Zwischen Ende Mai und dem 1. September 2026 wurden in einer entsprechenden Auswertung 126 Domains einer solchen Kampagne zugeordnet, davon 25 neu innerhalb der letzten sieben Tage.

Die Masche kann sich deshalb jederzeit verändern.

Mal geht es angeblich um eine Zahlung.

Mal soll eine Rückerstattung erfolgen.

Mal wird eine Kontosperrung angekündigt.

Das eigentliche Ziel bleibt gleich:

Die Täter wollen Zugang zum PayPal Konto.

Wie funktioniert der Betrug mit der angeblichen PayPal Zahlung?

Ein typischer Angriff beginnt mit einer E Mail.

Darin steht beispielsweise:

Sie hätten gerade 909 Euro bezahlt.

Sie hätten einen hochpreisigen Artikel gekauft.

Eine ungewöhnliche Zahlung müsse bestätigt werden.

Oder eine Transaktion könne noch storniert werden.

Der Empfänger denkt:

„Das war ich nicht.“

Genau diese Reaktion ist einkalkuliert.

In der Nachricht befindet sich ein Link, über den die angebliche Zahlung geprüft oder storniert werden soll.

Wer darauf klickt, gelangt nicht zu PayPal, sondern auf eine gefälschte Internetseite.

Diese kann der echten PayPal Seite täuschend ähnlich sehen.

Was passiert, wenn ich meine PayPal Zugangsdaten dort eingebe?

Dann können die Täter möglicherweise E-Mail-Adresse und Passwort übernehmen.

Das allein muss noch nicht ausreichen, um Zahlungen durchzuführen. PayPal kann weitere Sicherheitsmechanismen einsetzen.

Die Täter versuchen deshalb möglicherweise zusätzlich,

Sicherheitscodes abzugreifen,

eine Zwei Faktor Authentifizierung zu überwinden,

Kontaktdaten zu verändern,

ein anderes Gerät zu hinterlegen

oder den Betroffenen zu weiteren Bestätigungen zu bewegen.

Gelingt die Kontoübernahme, können anschließend echte Transaktionen über das PayPal Konto ausgelöst werden.

Dann ändert sich die Situation grundlegend.

Aus einer gefälschten 909 Euro Nachricht kann ein realer finanzieller Schaden werden.

Muss PayPal eine fremde Zahlung erstatten?

Entscheidend ist zunächst, ob Sie die konkrete Zahlung autorisiert haben.

Für Zahlungsdienste gelten gesetzliche Regeln über autorisierte und nicht autorisierte Zahlungsvorgänge.

Nach § 675j BGB ist ein Zahlungsvorgang gegenüber dem Zahler grundsätzlich nur wirksam, wenn dieser dem Zahlungsvorgang zugestimmt hat.

Für nicht autorisierte Zahlungsvorgänge enthält § 675u BGB eine wichtige Regelung:

Der Zahlungsdienstleister hat grundsätzlich keinen Anspruch auf Erstattung seiner Aufwendungen. Wurde das Zahlungskonto bereits belastet, ist der Betrag grundsätzlich unverzüglich zu erstatten und das Zahlungskonto wieder auf den Stand zu bringen, auf dem es sich ohne die nicht autorisierte Zahlung befunden hätte.

Für einen PayPal Geschädigten lautet deshalb eine der wichtigsten Fragen:

Habe ich dieser konkreten Zahlung tatsächlich zugestimmt?

Reicht es aus, dass die Zahlung über mein PayPal Konto ausgeführt wurde?

Nein. Genau hier liegt ein häufiger Denkfehler.

Eine Zahlung kann technisch über Ihr PayPal Konto abgewickelt worden sein, ohne dass Sie diese Zahlung selbst veranlasst haben.

Wenn Kriminelle Ihre Zugangsdaten erbeutet und anschließend Waren gekauft oder Geld transferiert haben, müssen technische Nutzung und rechtliche Autorisierung voneinander unterschieden werden.

Das gilt insbesondere, wenn Sie

den Händler nicht kennen,

die Ware nicht bestellt haben,

den Zahlungsempfänger nicht ausgewählt haben

und die konkrete Zahlung niemals freigeben wollten.

Was muss PayPal beweisen?

Bestreiten Sie die Autorisierung eines Zahlungsvorgangs, gelten besondere gesetzliche Beweisregeln.

Nach § 675w BGB muss der Zahlungsdienstleister grundsätzlich nachweisen, dass eine Authentifizierung erfolgt ist, der Zahlungsvorgang ordnungsgemäß aufgezeichnet und verbucht wurde und keine technische Störung vorlag.

Besonders wichtig ist der weitere gesetzliche Grundsatz:

Die bloße Aufzeichnung der Nutzung eines Zahlungsinstruments reicht grundsätzlich nicht ohne Weiteres als Nachweis dafür aus, dass der Zahler den Zahlungsvorgang autorisiert hat.

Ebenso wenig beweist die technische Nutzung automatisch, dass der Kunde vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hat.

Das kann für PayPal Fälle erhebliche Bedeutung haben.

Was ist, wenn PayPal sagt: „Die Zahlung wurde ordnungsgemäß durchgeführt“?

Eine solche Aussage beantwortet die entscheidende Rechtsfrage noch nicht.

„Ordnungsgemäß durchgeführt“ kann zunächst nur bedeuten, dass die technischen Systeme eine Transaktion verarbeitet haben.

Die entscheidende Frage lautet aber:

Wer hat diese Transaktion autorisiert?

Hat ein Täter das Konto übernommen, kann die technische Durchführung völlig ordnungsgemäß funktioniert haben.

Der Zahlungsvorgang kann trotzdem gegenüber dem Kontoinhaber nicht autorisiert sein.

Bei einer Ablehnung sollte deshalb genau geprüft werden, welche Tatsachen PayPal für die behauptete Autorisierung anführt.

Kann PayPal mir grobe Fahrlässigkeit vorwerfen?

Ja. Das ist in vielen Fällen die zweite Ebene der Auseinandersetzung.

PayPal kann möglicherweise argumentieren, der Kontoinhaber habe seine Sicherheitsobliegenheiten verletzt und dadurch den Zugriff ermöglicht.

Ein solcher Vorwurf bedeutet jedoch nicht automatisch, dass der Kunde den gesamten Schaden tragen muss.

Entscheidend ist der konkrete Ablauf.

Grobe Fahrlässigkeit setzt grundsätzlich einen besonders schweren Sorgfaltsverstoß voraus.

Deshalb muss beispielsweise unterschieden werden, ob jemand

sein Passwort freiwillig einem Fremden mitgeteilt hat,

auf eine täuschend echte Phishing-Seite hereingefallen ist,

einen Sicherheitscode weitergegeben hat,

eine konkrete Zahlung bestätigt hat

oder überhaupt keine weitere Freigabe vorgenommen hat.

Pauschale Aussagen wie „Phishing ist immer grob fahrlässig“ werden einer rechtlichen Einzelfallprüfung nicht gerecht.

Ist bereits der Klick auf eine Phishing-Mail grob fahrlässig?

Nicht automatisch. Auch die aktuell kursierenden PayPal Nachrichten zeigen, warum eine differenzierte Betrachtung erforderlich ist.

Die Täter verwenden bewusst Situationen, die eine schnelle Reaktion provozieren sollen. Eine angebliche Zahlung über 909 Euro erzeugt erheblichen Handlungsdruck.

Das bedeutet nicht, dass Bank- und Zahlungsdienstkunden Links in verdächtigen Nachrichten bedenkenlos anklicken dürfen.

Es bedeutet aber ebenso wenig, dass jeder Klick automatisch zum Verlust sämtlicher gesetzlicher Erstattungsansprüche führt.

Entscheidend ist, was anschließend passiert ist.

Was ist, wenn ich nur meine Zugangsdaten eingegeben habe?

Auch dann muss geprüft werden, wie die spätere Zahlung zustande gekommen ist.

Ein Beispiel:

Sie erhalten eine angebliche PayPal Zahlungsbestätigung.

Sie klicken auf „Zahlung stornieren“.

Sie gelangen auf eine gefälschte Seite und geben E-Mail-Adresse und Passwort ein.

Danach schließen Sie die Seite.

Ein Täter meldet sich später mit diesen Daten bei Ihrem PayPal Konto an und löst mehrere Zahlungen aus.

Sie selbst haben weder einen Händler ausgewählt noch eine Zahlung bestätigt.

In einer solchen Konstellation muss genau geprüft werden, ob und in welchem Umfang PayPal Ihnen einen haftungsrelevanten Sorgfaltsverstoß nachweisen kann.

Was ist, wenn eine Zwei Faktor Authentifizierung verwendet wurde?

Dann sollte der technische Ablauf besonders genau rekonstruiert werden.

Zu klären ist insbesondere:

Welche Authentifizierungsmethode wurde eingesetzt?

An welches Gerät ging der Sicherheitscode?

Wurde ein neues Gerät registriert?

Wurden Telefonnummer oder E-Mail-Adresse geändert?

Hat der Kunde eine Bestätigung vorgenommen?

Was wurde dabei angezeigt?

Wie viele Zahlungen wurden anschließend ausgeführt?

Es kann einen erheblichen Unterschied machen, ob der Kunde eine konkrete Zahlung bewusst bestätigt hat oder ob die Täter nach einer Kontoübernahme selbständig mehrere Transaktionen durchführen konnten.

Was ist, wenn PayPal meinen Käuferschutzantrag ablehnt?

Käuferschutz und die Erstattung eines nicht autorisierten Zahlungsvorgangs sind rechtlich nicht zwingend dasselbe.

Das ist ausgesprochen wichtig.

Beim klassischen Käuferschutz geht es beispielsweise darum, dass ein Kunde eine Ware bestellt und bezahlt hat, diese aber nicht erhält oder die Ware erheblich von der Beschreibung abweicht.

Bei einer Kontoübernahme ist die Ausgangslage anders.

Hier lautet die Behauptung gerade:

Ich habe diese Zahlung überhaupt nicht veranlasst.

Dann sollte geprüft werden, ob der Vorgang tatsächlich lediglich nach den PayPal Käuferschutzregeln behandelt werden darf oder ob gesetzliche Ansprüche wegen eines nicht autorisierten Zahlungsvorgangs bestehen.

Eine negative Entscheidung in einem PayPal Konfliktverfahren muss deshalb nicht zwangsläufig das Ende der Angelegenheit bedeuten.

Was passiert, wenn PayPal den Fall automatisch schließt?

Auch das kommt vor.

Geschädigte berichten immer wieder, dass sie einen Fremdzugriff melden und anschließend lediglich eine standardisierte Entscheidung erhalten.

Dann sollte zunächst gesichert werden:

Wann wurde der Fall gemeldet?

Welche Transaktionen wurden beanstandet?

Welche Begründung hat PayPal gegeben?

Wurde die Zahlung als autorisiert angesehen?

Welche Authentifizierungsinformationen wurden genannt?

Wurde das Konto zwischenzeitlich verändert?

Und von welchem Gerät erfolgte der Zugriff?

Gerade bei mehreren Zahlungen sollte jede Transaktion einzeln betrachtet werden.

Kann ich die PayPal-Lastschrift einfach bei meiner Bank zurückholen?

Bei einer Belastung des Girokontos per SEPA Lastschrift bestehen weitreichende Rückgabemöglichkeiten.

Autorisierte SEPA Basislastschriften können grundsätzlich innerhalb von acht Wochen zurückgegeben werden. Bei nicht autorisierten Lastschriften können noch deutlich längere Fristen relevant sein.

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass damit auch die Auseinandersetzung mit PayPal erledigt ist.

Wird lediglich die Lastschrift zurückgegeben, kann PayPal das PayPal Konto gegebenenfalls mit dem entsprechenden Betrag belasten und einen negativen Saldo geltend machen.

Deshalb müssen zwei Rechtsverhältnisse auseinandergehalten werden:

die Belastung Ihres Bankkontos

und die zugrunde liegende PayPal Transaktion.

Gerade bei höheren Beträgen sollte die Rücklastschrift deshalb in eine Gesamtstrategie eingebettet werden.

Was ist, wenn PayPal anschließend Geld von mir fordert?

Dann sollte der Forderung widersprochen werden, wenn Sie die zugrunde liegende Zahlung nicht autorisiert haben.

Wichtig ist eine klare und nachvollziehbare Darstellung.

Sie sollten nicht nur schreiben:

„Ich wurde betrogen.“

Sondern beispielsweise:

„Die Transaktion vom 28. August 2026 über 4.850 Euro an den Zahlungsempfänger X wurde von mir nicht autorisiert.“

Damit wird deutlich, worüber gestritten wird.

Fordert PayPal anschließend weiterhin Zahlung oder schaltet ein Inkassounternehmen ein, sollte auch gegenüber dem Inkassounternehmen der Sachverhalt eindeutig bestritten werden.

Muss ich Strafanzeige erstatten?

Eine Strafanzeige ist bei einem tatsächlichen Fremdzugriff regelmäßig sinnvoll.

Sie ersetzt allerdings nicht die Anspruchsanmeldung gegenüber PayPal.

Polizeiliches Ermittlungsverfahren und zivilrechtliche Erstattung sind unterschiedliche Verfahren.

Sichern Sie deshalb zusätzlich sämtliche Beweise.

Dazu gehören insbesondere

PayPal Transaktionsübersichten,

E-Mails,

SMS,

Phishing Nachrichten,

Screenshots,

Login Warnungen,

Mitteilungen über neue Geräte,

Änderungen von Kontodaten,

Korrespondenz mit PayPal

und die Anzeige beziehungsweise das Aktenzeichen der Polizei.

Warum ist ein Gedächtnisprotokoll wichtig?

Viele PayPal Betrugsfälle werden erst Wochen oder Monate später rechtlich geprüft.

Dann können Details entscheidend sein, an die sich Geschädigte kaum noch erinnern.

Schreiben Sie deshalb möglichst unmittelbar nach dem Vorfall auf:

Wann kam die Nachricht?

Was stand darin?

Welchen Link haben Sie angeklickt?

Welche Daten haben Sie eingegeben?

Gab es einen Sicherheitscode?

Haben Sie eine Bestätigung vorgenommen?

Was wurde dabei angezeigt?

Wann bemerkten Sie die erste fremde Zahlung?

Wann meldeten Sie den Vorfall bei PayPal?

Wann informierten Sie Ihre Bank?

Ein solches Protokoll kann später ausgesprochen hilfreich sein.

Was sollte ich unmittelbar nach einem PayPal Fremdzugriff tun?

Ändern Sie unverzüglich Ihr PayPal Passwort und verwenden Sie ein neues Passwort, das bei keinem anderen Dienst eingesetzt wird.

Prüfen Sie auch das zugehörige E-Mail-Konto.

Wer Zugriff auf das E-Mail-Postfach besitzt, kann möglicherweise weitere Sicherheitsmechanismen umgehen.

Aktivieren beziehungsweise überprüfen Sie die Zwei Faktor Authentifizierung.

Kontrollieren Sie sämtliche PayPal Transaktionen.

Informieren Sie PayPal über die nicht autorisierten Zahlungen.

Prüfen Sie auch Ihr hinterlegtes Girokonto und Ihre Kreditkarte.

Aktuelle Sicherheitshinweise empfehlen ausdrücklich, PayPal und das hinterlegte Bankkonto engmaschig auf unbekannte Aktivitäten zu kontrollieren.

Warum sollte ich mich niemals über den Link in einer verdächtigen Nachricht anmelden?

Weil Sie bei einer Phishing-Nachricht gerade nicht wissen, wohin der Link tatsächlich führt.

Wenn Sie eine angebliche PayPal Zahlung überprüfen möchten, öffnen Sie stattdessen die PayPal App selbst oder geben Sie die bekannte Adresse manuell ein.

Schauen Sie dort unter den tatsächlichen Aktivitäten nach.

Existiert die angebliche 909 Euro Zahlung dort überhaupt nicht, spricht vieles dafür, dass bereits die Nachricht nur als Köder dienen sollte.

Aktuelle Entwicklung: Große PayPal Phishing Kampagne läuft weiter

Die derzeitige Entwicklung zeigt, dass PayPal Phishing kein punktuelles Problem ist.

Aktuelle Sicherheitsauswertungen verzeichnen eine länger laufende Kampagne mit zahlreichen Domains, die PayPal imitieren. Bis zum 1. September 2026 wurden 126 entsprechende Domains erfasst. Allein innerhalb der letzten sieben Tage kamen 25 neu erkannte Domains hinzu.

Hinzu kommen konkrete aktuelle Betrugsvarianten wie die angebliche Zahlung über 909 Euro, über die Anfang August 2026 berichtet wurde.

Für PayPal Nutzer ergibt sich daraus eine einfache Sicherheitsregel:

Eine überraschende Zahlungsmitteilung sollte niemals über den darin enthaltenen Link überprüft werden.

Öffnen Sie stattdessen PayPal unabhängig von der Nachricht.

Aber was gilt, wenn das Geld tatsächlich weg ist?

Dann sollte der Fall nicht nur als „Phishing Schaden“ betrachtet werden.

Juristisch muss vielmehr jede konkrete Zahlung untersucht werden.

Entscheidend sind insbesondere vier Fragen:

Hat der Kontoinhaber die Zahlung autorisiert?

Wie wurde die Zahlung authentifiziert?

Welche Sicherheitsmerkmale wurden verwendet?

Kann PayPal einen relevanten Sorgfaltsverstoß des Kunden nachweisen?

Diese Prüfung kann zu einem völlig anderen Ergebnis führen als eine standardisierte Entscheidung im PayPal Konfliktlösungsverfahren.

Praxistipp unserer Kanzlei

Wenn nach einem Phishing Angriff tatsächlich Geld über Ihr PayPal Konto transferiert wurde, beschränken Sie sich gegenüber PayPal nicht auf die Aussage, dass Ihr Konto „gehackt“ worden sei.

Benennen Sie jede unbekannte Transaktion konkret und erklären Sie ausdrücklich, wenn Sie diese nicht autorisiert haben.

Fordern Sie außerdem eine nachvollziehbare Erklärung, aufgrund welcher Authentifizierungsdaten PayPal davon ausgeht, dass die Zahlung von Ihnen stammt.

Bei mehreren Transaktionen sollte jede Zahlung einzeln geprüft werden.

Und wichtig:

Eine Rückbuchung der PayPal Lastschrift über Ihre Bank kann sinnvoll sein, löst aber nicht automatisch den Streit über die zugrunde liegende PayPal Forderung.

Wie unterstützt unsere Kanzlei bei unberechtigten PayPal Zahlungen?

Unsere Kanzlei bearbeitet regelmäßig Auseinandersetzungen mit PayPal.

Wir prüfen insbesondere

nicht autorisierte PayPal Zahlungen,

Fremdzugriffe auf PayPal Konten,

Phishing Fälle,

unbekannte Käufe,

missbrauchte PayPal Konten,

abgelehnte Erstattungsanträge,

negative PayPal Salden,

Inkassoforderungen nach Rücklastschriften,

gesperrte PayPal Konten

und einbehaltene Guthaben.

Wir prüfen die konkrete Transaktion, die von PayPal angeführte Authentifizierung und die Frage, ob tatsächlich eine Autorisierung vorlag.

Außerdem untersuchen wir, ob PayPal gesetzliche Erstattungsansprüche ausreichend berücksichtigt hat und ob der Vorwurf grober Fahrlässigkeit im konkreten Fall trägt.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite:

Anwalt bei Ärger mit PayPal

Muss PayPal eine Zahlung erstatten, die ein Betrüger über mein Konto ausgeführt hat?

Bei einem nicht autorisierten Zahlungsvorgang besteht grundsätzlich ein gesetzlicher Erstattungsanspruch. Entscheidend ist, ob Sie der konkreten Zahlung zugestimmt haben und welche Einwendungen PayPal im Einzelfall erheben kann.

Ist eine Zahlung automatisch autorisiert, weil sie über mein PayPal Konto lief?

Nein. Die technische Ausführung über Ihr Konto und Ihre rechtliche Zustimmung zur konkreten Zahlung müssen unterschieden werden. Bei einem Fremdzugriff kann gerade streitig sein, wer die Transaktion tatsächlich veranlasst hat.

Kann PayPal die Erstattung wegen grober Fahrlässigkeit verweigern?

PayPal kann sich unter bestimmten Voraussetzungen auf einen Schadensersatzanspruch wegen vorsätzlicher oder grob fahrlässiger Pflichtverletzungen berufen. Ob tatsächlich grobe Fahrlässigkeit vorliegt, muss anhand des konkreten Ablaufs geprüft werden.

Soll ich eine unbekannte PayPal Lastschrift bei meiner Bank zurückbuchen?

Eine Rückgabe der Lastschrift kann je nach Fall sinnvoll sein. Sie beseitigt aber nicht automatisch eine von PayPal behauptete Forderung. PayPal kann nach einer Rücklastschrift einen negativen Kontostand geltend machen. Deshalb sollte auch die zugrunde liegende PayPal Transaktion ausdrücklich bestritten werden.

Was mache ich, wenn PayPal meinen Antrag bereits abgelehnt hat?

Eine interne Ablehnung bedeutet nicht zwangsläufig, dass keine gesetzlichen Ansprüche bestehen. Insbesondere sollte geprüft werden, ob PayPal zwischen Käuferschutz und einem nicht autorisierten Zahlungsvorgang richtig unterschieden hat.

Wie erkenne ich die aktuelle 909 Euro Betrugsmasche?

Die Nachricht behauptet eine überraschende PayPal Zahlung über 909 Euro und soll Sie zum schnellen Handeln bewegen. Prüfen Sie eine solche Mitteilung ausschließlich über die von Ihnen selbst geöffnete PayPal App beziehungsweise den regulären PayPal Zugang und niemals über den Link aus der Nachricht.

Über Ihr PayPal Konto wurde eine Zahlung ausgeführt, die Sie nicht veranlasst haben?

PayPal lehnt die Erstattung ab und behauptet, die Transaktion sei ordnungsgemäß autorisiert worden?

Oder haben Sie die PayPal Lastschrift bei Ihrer Bank zurückgegeben und PayPal verlangt das Geld nun von Ihnen?

Akzeptieren Sie eine Ablehnung oder Zahlungsforderung nicht ungeprüft.

Unsere Kanzlei prüft den tatsächlichen Ablauf der Transaktion, die von PayPal angeführten Authentifizierungsdaten und die Frage, ob Sie die konkrete Zahlung rechtlich überhaupt autorisiert haben. Wir prüfen außerdem mögliche Erstattungsansprüche und setzen diese erforderlichenfalls gegenüber PayPal durch.

Gerade bei vier oder fünfstelligen Schäden sollte nicht allein auf eine standardisierte Entscheidung des PayPal Kundenservice vertraut werden.

Die telefonische Erstberatung ist kostenlos. Einen Termin können Sie bequem online buchen.

Weitere Informationen zu Ansprüchen gegen PayPal:

anwalt-gegen-paypal.de

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von Anna-Lucia Kürn
Anna-Lucia Kürn

Angestellte Rechtsanwältin aus der Anwaltskanzlei Lenné.

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